Es war einmal ein Ort, an dem man sich immer wohl fühlte – so ward erzählt – und solcher Orte soll es nicht gar viele mehr geben, ward gesagt – viele davon gibt es nicht mehr – Einer der Letzten liegt gar tief in der Ostmark verborgen...
Und so manchmal wenn die Nebel um die Zinnen wallen und den alten Glockenturm sanft streicheln...
...suchen die Weisen nach den alten Aufzeichnungen...
...die es zu finden gibt, um den neuen Tag entsprechend zu begrüßen...
Ein weiterer dieser Orte liegt verborgen an einem unscheinbaren Ort inmitten der Stadt Wien... an dem man seine Ideen und Gefühle einfach an die Wand hängte, und sie, wenn einem danach war, jederzeit nach Lust und Laune betrachten konnte – so ward erzählt – und solcher Orte soll es nicht gar viele mehr geben, ward gesagt – und manchmal schwebte gar schleierhaftes in den Räumen, als wenn ein tiefer Nebel der Ruhe sich ausbreitete – und gar rötliches, schummriges Licht ward auch manchmal darin zu empfinden, gab ein Gefühl, als wäre man noch in der Traumwelt geblieben, wo merkwürdige Stimmen und Musik zu vernehmen waren, die man wohl in der Art noch selten zu Ohren bekommen habe. Und schier wie Weihrauch mutete die Stimmung, als wären da ganz andere Sphären im Raume, die bislang noch nicht als bekannt gegolten. Und an einer Stelle standen zierliche Flaschen unbekannten Inhaltes, verschieden in Form und Farbe. Und das Rezept der Alten verlangte, alle diese in richtiger Reihenfolge zu kosten: Der rötliche Trank wäre der Erste, man dürfte sich nach Wohlgefallen daran laben, dann käme der in dunklem, schwerem türkis-blau – das wäre der wahre Zaubertrank, von dem solle man nicht zu viel sich einflößen, da er die Sinne ansonsten verwirre – und zuletzt käme der mit der golden-brillantenen Nuance als dritter an der Reihe. Auch von ihm dürfte man sich mehr nehmen, doch würde sich die Gurgel dagegen wehren. Und wichtig wäre, nach jedem dieser drei Tropfen einen Schluck von dem gelben Trunk zu machen, um die Seele zu beruhigen. Nach diesem Ritual wäre die Seele bereit, sanft zu schwingen und zu neuen Flügen anzusetzen, ganz so wie der Ostpfeil der Windrose bereit ist, die aufgehende Sonne in Empfang zu nehmen.
Und gar selten sinnliches Gespinn soll sich daraufhin um den Geist verweben, ihn zu erotischem Traumwandel leiten und den Puls hörbar machen – so ward gesagt – und ein Gefühlstaumel bricht aus der Seele und soll eins werden mit dem Nebel, der nach sakraler Unberührtheit und kirchlichem Weihrauch dünkt – und die Zeit bleibt stehen.